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Fuldaer
Zeitung, 06.09.2004
Gift
unter dem Parkett
Unter
vielen Jahrzehnte alten und oft prächtigen Parkettböden
lauern Gefahren. Denn die Kleber können hohe Konzentrationen
an Schadstoffen enthalten. Kaum Grund zur Sorge besteht, solange
sich das Parkett in gutem Zustand befindet. Doch wenn es klappert
oder sich gar schon Stäbe vom Untergrund lösen, steigt
die Gefahr , dass durch jeden Tritt die zuvor feste Klebmasse
in feinen staub zermalmt wird. Dieser Staub dringt durch Fugen
und Ritzen an die Oberfläche und kann durch Einatmen oder
auch Hautkontakt in den Körper gelangen.
Mehr als 2200 Klebeproben hat die Stiftung Warentest in Privathaushalten
analysiert. Ganz oben auf der Fahndungsliste steht die Krebs
erzeugende Substanz Benzopyren, die stellvertretend für
die große Masse der polyaromatischen Kohlenwasserstoffe
(PAK) in den teerölhaltigen Klebern gemessen wird. Doch
daneben verbirgt sich in anderen Klebern eine zweite Gefahr:
polychlorierte Biphenyle (PCB).
Unter Berücksichtigung der Produktionsbedingungen der
50er und 60er Jahre drängt sich die Frage nach weiteren
Schadstoffen in den Klebern auf. Die Verbraucherschützer
haben zwei Proben auf hochgiftige Dioxine und Furane analysieren
lassen. Die Chemiker entdeckten in den Proben 107.000 und 210.000
Nanogramm Toxizitätsäquivalente (TE) pro Kilogramm
Klebermasse. Laut der deutschen Bodenschutz- und Altlastenverordnung
sind für Wohngebiete 1000 und für Kinderspielplätze
nur 100 Nanogramm TE pro Kilogramm erde erlaubt. Zwar ist Parkettkleber
anders als Erdboden zu beurteilen, doch sollte wegen der Giftigkeit
der vorsorgende Verbraucherschutz ernst genommen werden.
Nicht jedes Parkett ist belastet. Ein Risiko durch PAK verbirgt
sich oft unter Böden, die zwischen 1900 und Anfang der
70er Jahre verklebt wurde. PCB-haltige Produkte kamen seit
Mitte der 50er Jahre vor. Von der Farbe des Klebers lässt
sich aus seine Gefährlichkeit schließen. Weiße
und rosa farbene Kleber sind unbelastet Dagegen stecken PAK
oft in schwarzen Materialien, die auf Teeröl basieren.
Schwarz, braune und gelbe Kleber können auch PCB enthalten.
Die Sanierung von Parkettböden hängt vom Zustand
ab. Je lockerer der Fußboden und je mehr er Fugen aufweist,
desto problematischer kann er sein. Hier sollte ein Fachmann
zu Rate gezogen werden. Doch Vorsicht: Große Gefahr droht,
wenn jemand Parkett mit giftigem Kleber unsachgemäß herausreißt
und der Staub sich im Haus verteilt.
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